GUGENEDER, Georg / AUMANN, Franz Joseph
"Hanns von der Wört" / Singspiel

Der Komponist Georg Gugeneder war Mitglied des Linzer Domkapitels und auch in der Komission, die Anton Bruckner die Anstellung zum Linzer Domorganisten ermöglichte. Eine Originalpartitur der Operette liegt im OÖ. Landesmuseum/Linz. Mehrere Abschriften in diversen Archiven belegen die Beliebtheit des Werkes zu seiner Zeit. Der Text geht auf den Lambacher Pater und Dichter Lindemayer zurück. Im Zentrum der Operette steht die Vorbereitung einer Theateraufführung in der oberösterreichischen Mundart für einen angekündigten Besuch des österreichischen Kaisers. 1842 ist die Abschrift in St. Florian datiert. In diesen Tagen, kurz vor der Revolution 1848 waren Stücke, die den Regenten und die Heimat verherrlichen, beliebt.

Im Stiftsarchiv von St.Florian liegt ein Singspiel von J.J.Aumann mit dem Titel "Hanns von der Wört". Nachdem wir einige Nummern in moderne Partitur gebracht hatten, war es rasch klar, dass dies sicher keine Komposition von Aumann sein konnte. Nach zähen Recherchen konnten wir das Werk dem Linzer Komponisten Georg Guggeneder zuordnen. Im OÖ. Landesmuseum liegt eine Partitur des Werkes. Sie stimmt mit dem in St. Florian überlieferten Stimmenmaterial weitgehen überein. Es fehlt dort allerdings die Ouverture.

Herzlichen Dank an: Christa Bumberger, Erna Stöbitzer, Michael Söllner, Peter Deinhammer, Karl Hohensinner, Friedrich Buchmayr, Klaus Petermayer.
Sie alle haben mitgewirkt, die Rätsel um den altertümlichen Dialekt zu lichten.
Stephan Gaisbauer hat uns schlussendlich eine zweistufige, wissenschaftlich untermauerte Übersetzung der beiden Arien im alten oberennsischen Dialekt geliefert, die hier präsentiert wird. Besonderen Dank dafür!
Christian Neuhuber hat mich bezüglich der richtigen Autorenschaft des Singspiels auf die richtige Spur gebracht, herzlichen Dank!

Christian Neuhuber schreibt: die Florianer Fassung war mir zwar nicht bekannt, aber ich gehe davon aus, dass es sich dabei um die Vertonung des Weltpriesters Georg Gugeneder handelt, die unter Gunter Kronecker zwischen 1841 und 1847 auf dem Kremsmünsterer Stiftstheater zur Aufführung kam (vgl. Kellner, S. 554). Abgleichen könnte man die Identität mit den Exemplaren in Kremsmünster (MaK G7,9), Lambach (MaL Sign. 1991) oder im Museum Francisco-Carolinum (Musik Hs 439).
Die Musik weist eindeutig ins 19. Jh., das hab auch ich mir etwa bei dem Jodler gedacht. Interessanterweise ist auch der Arientext des Hansel eine spätere Zutat (solchen Heimatkitsch hätte Lindemayr nie geschrieben). Der ursprünglich Text wurde unter dem Titel ‚Die Komödiprob‘ 1776 publiziert, entstand vermutlich Ende der 1760er. Die Vertonung für die Erstaufführung 1776 stammte von Joseph Langthaller, eine Seitenstettener Vertonung (um 1790, MaS R 101) trägt am Titelblatt die Zuordnung „Authore Fierlinger“. Von Aumann sind zwar etliche Lindemayr-Vertonungen bekannt, aber keine der Komödienprobe (wie auch einige andere Zuordnungen Dormanns zu hinterfragen sind).

 

Gugeneder Titelblatt
(Titelblatt der Partitur von G.Gugeneder im OÖ. Landesmuseum)

 

Noten gratis herunterladen
Originalstimmen aus dem Stiftsarchiv St. Florian:

Violine 1 (28,76 Mb)
Violine 2 (21,27 Mb)
Viola (19,96 Mb)
Violone (17,93 Mb)
Cello (19,39 Mb)
Basso Tutti (2,26 Mb)
Flauto (11,96 Mb)
Horn 1 (8,62 Mb)
Horn 2 (8,28 Mb)

Margareth 1, Soprano (16,79 Mb)
Margareth ?, Soprano (11,98 Mb)
Grescherl, Soprano (11,98 Mb)
Treinsehl, Alt (8,95 Mb)
Treinsehl, Mezzo (7,28 Mb)
Hänsel, Tenor (15,51 Mb)
Tenor Tutti (2,11 Mb)
Hanns (2,75 Mb)
Hanns, Bass (20,29 Mb)


Moderne Ausgabe einiger Nummer:

Nr 9: Arie des Hännsel
Hännsel (101 Kb)
Violine 1 (119 Kb)
Violine 2 (93 Kb)
Viola (83 Kb)
Violoncello (84 Kb)
Violone (84 Kb)
Flöte (84 Kb)
Horn 1 in F (65 Kb)
Horn 2 in F (60 Kb)
Partitur (316 Kb)



 


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